Pawel vergrößerte mit zwei Fingern einen Ausschnitt auf seinem Bildschirm und hielt mir wieder das Handy hin. „Dieser Ort“, sagte er, „liegt direkt am Meer.“
Ich sah auf die Karte, dann in seine Augen. Und darin die Wellen, die an den Strand rollen.
„Du warst noch nie am Meer“, sagte ich.
„Eben“, sagte er.
„Hm“, machte ich.
Und wartete darauf, dass er plötzlich doch noch loslachte und rief: Ha, Scherz! Dachtest du echt, ich würde vorschlagen, dass wir einfach aus der Villa abhauen und nach Holland fahren, um diese Familie zu suchen und deinen Hund zurückzuholen? Ha, reingefallen.
Aber das passierte nicht.
Till und Flocke sind unzertrennlich – bis beide ins Heim müssen: der Junge in eine Wohngruppe für Kinder und Jugendliche, der Hund ins Tierheim. Doch Till will sich nicht damit abfinden.
Zusammen mit seinem neuen Mitbewohner Pawel schmiedet er einen gewagten Plan, um Flocke zurückzubekommen.
Für Leser*innen ab 10.
dtv 2026
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Pressestimmen
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Making of
Im Herbst 2023 war ich eingeladen, auf der Fachtagung „Gehört werden“ der stationären Erziehungshilfe NRW einen Schreibworkshop für Jugendliche anzubieten. Ich hatte keine genaue Ahnung, was stationäre Jugendhilfe eigentlich ist und macht. Wie ich lernte, geht es um junge Menschen, die nicht in ihren Familien leben, sondern zum Beispiel in Wohngruppen. Und ich hatte nicht gewusst, dass diese Kinder und Jugendlichen und jungen Erwachsenen so eine starke eigene Stimme haben. Mit ihrer Interessenvertretung „Jugend vertritt Jugend – JVJ NRW" (Link) kämpfen sie für ihre Rechte und gegen Vorurteile, für Mitbestimmung und manchmal eben auch für Haustiere. Denn in den meisten Einrichten der stationären Jugendhilfe sind Haustiere verboten. Einzige Ausnahme: Fische.
Darum haben sich die Vertreter*innen von JVJ damals einen tollen Slogan ausgedacht, um auf dieses Ärgernis hinzuweisen. „Fische sind scheiße“, lautete das Motto.
Da hab ich sofort gedacht: Was wäre das für ein unglaublich toller Romantitel! Ich habe gefragt, ob es für sie okay wäre, dass ich den Slogan verwende. Sie waren einverstanden. Jetzt fehlte mir bloß noch eine Geschichte.
Wobei – ganz plötzlich klingelte dieser Till an der Wohnungstür meiner inneren Schriftstellerbude. Er hatte seinen Hund dabei. Und außerdem seinen neuen besten Freund Pawel. Pawel, der noch nie am Meer war. Und so entstand die Geschichte fast wie von allein.
Ich bin sehr dankbar, dass ich mich nochmals mit Jugendlichen von JVJ treffen durfte und sie mir viel vom Alltag in Wohngruppen erzählt haben. Eigentlich ein ganz normaler Alltag. Mit ein paar Dingen, die halt anders sind als bei vielen anderen.
Und so wurde aus „den Fischen“ ein Roman, der vielleicht in ein paar Dingen ebenfalls ein bisschen anders ist als andere Geschichten …

