Worte, Werte, Wahrheit(en)

 

Influencer gehen viral und Künstliche Intelligenz betreibt exponentielles Wachstum, Rassismus grassiert und der virulente Rechtsruck infiziert ganze Gesellschaften – schon vor der Corona-Krise hatten wir offenbar eine Art pandemisches Vokabular für unsere Gegenwart entwickelt.

Begriffe für eine Welt in Atemnot.

Ob nun das Corona-Virus die gesellschaftlichen Fieberschübe aus Globalisierung, Populismus und Klimawandel eher lindert oder eher anheizt, scheint noch nicht ausgemacht. Aber unsere Sprache verändert es bereits. Und trifft damit auch die Literatur ganz direkt: Wörter wie Maske oder Distanz, die wir als Metaphern oder abstrakte Begriffe verwendet haben, sind plötzlich ganz physisch konkret geworden. Zugleich blühen Fake News und Verschwörungsmythen und lassen uns vielleicht neu über das Verhältnis von Fakten und Fiktionen in Texten nachdenken. „Sprache prägt unser Denken und unser Verhalten“, sagt PEN-Präsidentin Regula Venske.

Wie können wir WÄHRED der Krise literarisch erzählen? Wie wollen wir NACH der Krise und VON der Krise erzählen?

Ich habe Kolleg*innen eingeladen, mit mir darüber nachzudenken. Dabei ist eine große Vielfalt sehr unterschiedlicher Beiträge entstanden. Ich bedanke mich beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW für die finanzielle Förderung dieses Projektes in Form eines Stipendiums. Und ich verneige mich vor meinen Kolleg*innen für die tollen Texte, Bilder und Audios. Danke!